Ideen sammeln und kreativ werden

Willkommen im Zirkus Tüftelius! Mit diesen Sätzen wurden die über 150 Teilnehmer und Teilnehmerinnen des TüftelCamps 2017 am Dienstagmorgen willkommen geheissen. Bis zum Freitag wird an jedem der zwölf Camp-Standorten eine Manege gestaltet und mit Artisten und Kunststücken bespielt. Wir haben die Solothurner Tüftler bei den ersten Schritten in Richtung Zirkusspektakel begleitet. 

Mucksmäuschenstill sitzen die Tüftler und Tüftlerinnen im Solothurner Pop-up Labor auf ihren Stühlen. Gebannt schauen sie auf die Leinwand, auf der der britische Künstler Alexander Calder für ein Riesenspektakel sorgt. Calder hat aus den unterschiedlichsten Materialien wilde Figuren und Objekte gezaubert. Mit ihnen veranstaltet er ein eindrückliches und wunderbar unterhaltsames Zirkusspektakel. Genau dieses wunderbare Spektakel war die Inspiration für das diesjährige TüftelCamp-Thema.

Für die fünfte Ausgabe des TüftelCamps hat eine Gruppe Studenten der Zürcher Hochschule der Künste ein mehrtägiges Programm ausgearbeitet. Zum ersten Mal hat das Camp nun ein einzelnes Leitthema und einen roten Faden. Alle zwölf Tüftellabors werden einen Zirkus entwicklen - einen Zirkus mit allem Drum und Dran: Artisten, brüllenden Löwen, grazilen Seiltänzerinnen, einem ohrenbetäubenden Orchester, einem Direktor und, und, und.

So viele Ideen....

Die Augen der drei Mädels und zwei Jungs im Solothurner Labor glänzen. Zirkus - das Thema passt ihnen. Zusammen mit der Campleiterin Gülcan Rozerin Günes wechseln sie vom Tüftelkino an die Arbeitsplätze. Und jetzt? "Sammeln wir doch mal Ideen", meint Gülcan. Die Tüftler machen sich auf kreative Spurensuche: Sie schreiben alles, was ihnen zu Zirkus einfällt auf Zettelchen und füllen so zum ersten Mal ihre Zirkusmanege. Trapez, Seiltänzer, Affe, Zauberer und Hase, Trampolin... Die jungen Tüftler müssen nicht lange nachdenken. 

In einem zweiten Schritt geht es ans Visualisieren. Gülcan bittet "ihre" Gruppe, ihre Wunschfiguren zu skizzieren. Den einen geht das zu langsam. Sie überspringen den Schritt - und machen sich gleich ans Tüfteln.

Tüfteln ist wie Puzzle spielen

Innert kurzer Zeit entstehen die ersten Figuren: Ein Seiltänzer liegt da auf der Arbeitsmappe und ein Affe mit Hantel. Toll sehen sie aus! Doch... nun kommt der schwierige Teil. Können sie ihr Kunststück auch in der Manege aufführen. Die Tüftler und Tüftlerinnen machen sich immer und immer wieder auf den Weg vom Arbeitsplatz zur Probe-Manege. Der Seiltänzer hat noch etwas Mühe mit der Balance. Der Affe einen zu schwachen linken Arm für die schwere Hantel. Die Jungs und Mädels probieren, experimentieren, ändern und probieren wieder.

Leiterin Gülcan lacht. "Bis zur Zirkusshow wird das ein langer Prozess - aber wir haben ja Zeit." An Motivation, Ideen und Spass mangelt es im Solothurner Labor nicht. Und immer wieder kommt es - wie beim Tüfteln oft so üblich - zu einem schönen Zufall. Eine Tüftlerin hat zum Beispiel ein Trampolin gebaut. Eine andere eine Artistin, die gewagte Sprünge vom Seil wagt - und nun noch zur Trampolinspringerin avanciert. Der Zirkus Tüftelius setzt sich langsam aber sicher zusammen. Wie ein grosses, buntes Puzzle.

Wir sind gespannt, wer am Freitag alles im Solothurner Zirkus auftreten wird...